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Refugees Welcome

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Speed Speaking – Eine Veranstaltung im Rahmen des „Bürger von hier, da und dort“

Neben den Sprachkursen ist ein Rahmenprogramm integraler Bestandteil von Refugees Welcome: Neben Angeboten, wie ein Buddy- und Sprachpatenprogramm, Sportangebote und zahlreichen studentische Initiativen, war in diesem Jahr besonders das museumspädagogische Pilotprojekt „Bürger von hier, da und dort“ des Kunstmuseums Bayreuth von großer Bedeutung.

Das von der Landesstelle für Nichtstaatliche Museen in Bayern geförderte Projekt läuft seit Sommer 2016 und ist ein Vermittlungsprojekt für Geflüchtete zur Förderung von Empathie und gegenseitigem Verständnis. Dazu setzen sich die Teilnehmenden über den Zugang der Kunst mit gesellschaftlichen und landeskundlichen Gepflogenheiten auseinander. Dies geschieht zum einen durch künstlerische Begabtenförderung. Hier haben Geflüchtete, die besonderen Spaß am Malen und Zeichnen haben, die Möglichkeit regelmäßig und unter professioneller Anleitung von Hannelore Schwoerer-Buck, sich künstlerisch auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse waren im April und Mai in der Ausstellung des Kunstmuseums „3 junge Afghanen stellen aus“ zu sehen. Dazu kommen weiter freie Mal- und Kreativangebote von Kunsttherapeutin Ingrid Seidel sowohl im Kunstmuseum als auch in der Asylbewerberunterkunft Wilhelm-Busch-Straße 5 sowie thematische Betrachtungen in der laufenden Ausstellung und Stadtrundgänge zu speziellen Themenschwerpunkten. In den letzten Monaten war eine Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Speed Speaking“ sehr erfolgreich.

Hier geht es darum, dass Geflüchtete die Chance haben mit für sie unbekannten, deutschsprachigen Menschen ins Gespräch zu kommen, und zwar über Kunst. Rahmen bot sowohl die Ausstellung „Alfred Hrdlicka. Wie ein Totentanz“ im Frühjahr als auch die Ausstellung „Seelenlandschaften“ von Paul Eliasberg, die vom 18. Juni bis zum 27. August im Rathaus, und vom 18. Juni bis zum 8. Oktober im Alten Barockhaus des Kunstmuseums ausgestellt werden.

Jeweils ein Geflüchteter und ein*e Deutsch-Muttersprachler*in stehen gemeinsam vor einem Bild und kommen darüber ins Gespräch. Dabei hilft ihnen ein Fragebogen mit einigen Anregungen zum betrachteten Bild. Nach einigen Minuten wechseln Bild und Partner.

 

Amar kommt aus Syrien und ist erst seit 6 Monaten in Bayreuth. „In Damaskus habe ich Bauingenieurwesen studiert, gerne möchte ich mein Studium hier fortsetzen. Interessant waren die Gespräche über die Darstellungen der Architektur in den Bildern, die Bögen und Kuppeln. Das Deutschsprechen ist aber noch schwierig, daher sind solche Gelegenheiten super zur Übung. Außerdem waren es so viele verschiedene Bilder und Menschen“, resümiert der angehende Ingenieur. Auch Sonja, die als deutschsprachige Teilnehmerin dabei war, zieht ein sehr positives Fazit der Veranstaltung.

„Ich war zum ersten Mal dabei und ich bin überrascht was für tolle Gespräche in der kurzen Zeit zu Stande gekommen sind. Außerdem ist es toll zu merken wie gut die Teilnehmenden teilweise schon Deutsch sprechen, und das nach so kurzer Zeit in Deutschland.“

Circa einmal im Monat besucht jeder Deutsch-Intensivsprachkurs eine Veranstaltung von „Bürger von hier, da und dort“. „Es ist immer schön, wenn ich die gleichen Menschen nach einiger Zeit wiedersehe. Man lernt sich ein wenig kennen und entwickelt ein Gefühl füreinander“, sagt die Hauptverantwortliche und Koordinatorin Beatrice Trost über ihre Treffen mit den Geflüchteten. „In jedem Kurs sind immer einige Menschen dabei, die es toll finden, ein paar Sätze auf Deutsch zu kommunizieren und über Kunst zu diskutieren.“

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Es wird also auch in Zukunft weitere abwechslungsreiche Besuche und Begegnungen im Rahmen von „Bürger von hier, da und dort“ geben.

Mit freundlicher Unterstützung von:

  


Verantwortlich für die Redaktion: Thorsten Parchent

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